AKW schaden der Umwelt
null Klima-Nutzen, verdrängte Erneuerbare, Radioaktivität
Energiepolitik ist Klimapolitik – und die Zeit drängt. Um der Klimakatastrophe wirksam zu entgegnen, muss die Energieversorgung schnell dekarbonisiert werden. Bis 2050 muss der Treibhausgasausstoss auf Netto-null sinken. Dazu hat sich die Schweiz im Pariser Abkommen verpflichtet. Gerade weil grosse Eile angesagt ist, muss die Schweiz auf diejenigen Technologien setzen, die verfügbar und sofort einsatzbereit sind.
Während in der Schweiz jedes Jahr Solaranlagen mit einer Kapazität von 2 GW installiert werden, ist es unrealistisch, dass vor 2050 ein neues AKW in Betrieb gehen könnte. Zum politisch verankerten Ziel Netto-Null bis 2050 können neue AKW nichts beitragen. Im Gegenteil: Neue AKW-Projekte würden in direkte Konkurrenz zum Ausbau der Erneuerbaren treten. Schon heute ist der Druck, den die Atomdebatte auf die Erneuerbaren ausübt, nachweisbar.
AKW kommen nicht nur zu spät für die Klimapolitik – sie behindern diese sogar direkt und schaden so dem Klima. Aber nicht nur das: Die offiziellen Erhebungen des Bundes zeigen, dass die Umweltbelastung pro kWh-Atomstrom wesentlich höher ist als pro kWh erneuerbarem Strom.
Dies etwa wegen des enormen Wasserverbrauchs, aber vor allem wegen der künstlich erzeugten Radioaktivität in AKW. Im normalen Betrieb werden kleine Mengen radioaktiver Stoffe freigesetzt und hochradioaktive Abfälle produziert, die über mehrere hunderttausend Jahre eine Gefahr für Mensch und Umwelt darstellen. Das geplante geologische Tiefenlager für hochradioaktive Abfälle existiert bisher nur auf dem Papier und wird nicht für mehr Abfälle ausreichen, als die bestehenden AKW produzieren. Ein neues AKW würde ein weiteres Tiefenlager bedingen und damit zusätzliche Umweltrisiken für viele Jahrtausende mitbringen.
Atomstrom ist – entgegen der immer wieder geäusserten Behauptung – nicht umweltfreundlich. Die enormen Kosten und Bauzeiten behindern die dringenden Klimamassnahmen. Zusammen mit anderen Umweltorganisationen lehnt die SES die Rückkehr zu einer atomgetriebenen Energiepolitik entschieden ab.