AKW sind teuer

Staatshilfen in Milliardenhöhe

1. September 2026

Kostenüberschreitungen und Verzögerungen sind nirgendwo grösser, als bei der Atomkraft. Zu den ohnehin schon hohen Baukosten kommen deswegen auch noch sehr hohe Kapitalkosten. Und natürlich das Risiko, dass viel Geld in ein Vorhaben investiert wird, das gar nie fertiggestellt wird.

Zum Beispiel Flamanville‑3, das jüngste europäische AKW, kostete fast 25 Milliarden Euro bei einer Bauzeit von mehr als 18 Jahren.

In der Schweiz wäre ein AKW-Neubau nur mit erheblichen Staatshilfen finanzierbar. Zudem zwingt die Kostenstruktur nach der Inbetriebnahme zu hoher Auslastung, denn die Stromgestehungskosten reagieren sehr sensibel auf die Auslastung des Kraftwerks. Teilzeitarbeit führt bei einem AKW zu rasant ansteigenden Strompreisen. Das passt schlecht zu einem Strommarkt, in dem allein schon Solarüberschüsse im Sommer zunehmend sehr tiefe oder sogar negative Preise erzeugen.

Selbst unter optimalen Bedingungen würde Atomstrom schliesslich mehr kosten als Strom aus erneuerbaren Energien. Die Kosten dafür trügen die Steuerzahlenden. Denn neue AKW wären in der Schweiz nur konkurrenzfähig, wenn der Staat nicht nur den Bau, sondern auch den Betrieb subventionierte. Und dann würde ein subventioniertes AKW vor allem die teurere Wasserkraft aus dem Markt drängen.

Ein zusätzliches wirtschaftliches Problem stellen die ungeplanten Ausfälle von AKW dar. Je nach Ursache kann innert kürzester Zeit Leistung im Gigawattbereich wegbrechen. Für diesen Fall muss einerseits ein Backup bereit sein, um die Netzstabilität zu garantieren. Andererseits müssen die Energieversorgungsunternehmen die ausbleibende Produktion durch sehr teure Stromeinkäufe am Markt kompensieren. Ein erneuerbarer Strommix ist dagegen deutlich resilienter, weil die Stromproduktion viel dezentraler funktioniert und auch Produktionsausfälle – zum Beispiel wetterbedingte – wesentlich besser vorausgesehen werden können.

Atomkraft ist viel zu teuer und wird den Anforderungen an ein modernes, erneuerbares Energiesystem nicht gerecht. Da Investitionen begrenzt sind, ist die energiepolitische Wahl klar: Jeder Franken für AKW fehlt beim Ausbau der Solarenergie – die schneller verfügbar ist und ohne das Risiko ionisierender Strahlung zur Stromversorgung der Schweiz beiträgt.